Industrielösungen · Montagevorrichtungen

Montagevorrichtungen und Lehren nach Maß

Aufnahmen, Halter und Lehren, die das Bauteil in genau einer Lage zulassen. Wo eine Vorrichtung die Position vorgibt, entfällt das Ausrichten – und mit ihm ein großer Teil der Fehler, die sonst erst in der Prüfung auffallen.

Aufbau einer Montagevorrichtung aus Aluminiumprofilen an einem Arbeitsplatz
Wofür

Wenn die Lage des Bauteils der Engpass ist

Zwei Bauteile werden gefügt, geklebt oder verschweißt, und die Genauigkeit hängt daran, wie gut jemand sie zueinander ausrichtet. Das funktioniert – solange derselbe Mitarbeiter am Platz steht, solange es nicht eilt und solange niemand die spiegelbildliche Variante dazwischen bekommt. Sobald eine dieser Bedingungen wegfällt, steigt die Streuung, und der Ausschuss zeigt sich erst am Ende der Kette.

Eine Vorrichtung nimmt diese Entscheidung aus dem Arbeitsgang heraus. Das Bauteil liegt so, wie es liegen muss, weil es anders nicht hineinpasst. Was danach noch schiefgehen kann, ist deutlich weniger – und was noch schiefgeht, fällt sofort auf und nicht drei Stationen später.

  • Wiederholgenauigkeit – dieselbe Lage bei jedem Teil, unabhängig vom Mitarbeiter
  • Kürzere Taktzeit – Ausrichten und Nachmessen entfallen
  • Fehler werden unmöglich, nicht nur unwahrscheinlich – Poka-Yoke statt Anweisung
  • Kürzere Anlernzeit – die Vorrichtung erklärt den Arbeitsgang mit
Leistungsumfang

Was wir bauen

Werkstückaufnahmen und Positionierhilfen

Aufnahmen, die das Bauteil formschlüssig halten, mit Anschlägen und Stiften an den Stellen, an denen die Geometrie eindeutig ist. Auf Wunsch mit Schnellspannern, wenn das Teil im Takt gewechselt wird.

Schweiß-, Klebe- und Montagelehren

Lehren, die zwei oder mehr Fügepartner zueinander in Position halten, bis die Verbindung steht. Materialauswahl und Freistellungen so, dass Wärme, Klebstoff oder Werkzeug hinkommen, ohne die Lehre zu beschädigen.

Poka-Yoke-Gestaltung

Asymmetrische Anschläge, Prüfstifte und Aufnahmen, in die nur die richtige Variante passt. Wo mehrere Varianten über denselben Platz laufen, arbeiten wir mit wechselbaren Einsätzen statt mit mehreren Vorrichtungen.

Anbindung an den Arbeitsplatz

Anschluss an vorhandene Tischgestelle und Profile, damit die Vorrichtung dort sitzt, wo gearbeitet wird – auf der richtigen Höhe, im richtigen Greifraum und ohne dass der Arbeitsplatz neu gebaut werden muss.

Was wir brauchen: die Zeichnung oder ein Muster des Bauteils, den Arbeitsgang, die geforderte Toleranz und den Platz am Arbeitsplatz. Wo keine Zeichnung vorliegt, messen wir das Muster auf. Zur Bereitstellung des Materials gehört die Vorrichtung meist unmittelbar dazu.

Ablauf

Vom Muster zur eingefahrenen Vorrichtung

Bauteil aufnehmen

Zeichnung oder Muster, Toleranzen, Varianten. Dabei klärt sich meist, welche Fläche die verlässliche Bezugsfläche ist.

Konzept abstimmen

Skizze mit Anschlagpunkten und Spannstellen. Sie sehen vor dem Bau, wie das Teil aufgenommen wird und wo es freiliegt.

Bauen und einmessen

Fertigung, Montage und Prüfung mit Ihren echten Bauteilen – nicht mit einem Modell aus der Konstruktion.

Nachjustieren

Nach den ersten Serien zeigt sich, was noch klemmt. Geschraubte Bauweise heißt, dass Anschläge korrigierbar bleiben.

Häufige Fragen

Was Kunden vorher wissen wollen

Was unterscheidet eine Vorrichtung von einer Lehre?

Die Vorrichtung hält und positioniert das Werkstück während der Bearbeitung oder Montage. Die Lehre gibt zusätzlich die Lage des Werkzeugs oder des Fügepartners vor, führt also den Arbeitsgang selbst. In der Praxis geht beides ineinander über, und viele unserer Aufbauten erfüllen beide Aufgaben.

Was bedeutet Poka-Yoke bei einer Vorrichtung konkret?

Dass die falsche Lage geometrisch nicht passt. Ein asymmetrischer Anschlag, ein Stift an einer Stelle, an der das gespiegelte Teil keine Bohrung hat, eine Aufnahme, in die das Bauteil nur in einer Drehlage fällt: Der Fehler wird nicht bemerkt und korrigiert, er wird von vornherein unmöglich. Das ist zuverlässiger als jede Arbeitsanweisung.

Bauen Sie auch Einzelstücke?

Ja. Der überwiegende Teil dessen, was wir bauen, sind Einzelstücke oder Kleinserien von zwei bis fünf Stück. Genau dort, wo sich eine Sonderanfertigung rechnet, eine Anlagenlösung aber nicht.

Können Vorrichtungen an bestehende Arbeitsplätze angebaut werden?

In der Regel ja. Wir messen die vorhandenen Tischgestelle und Profile auf und binden die Vorrichtung daran an, statt den Arbeitsplatz zu ersetzen. Wo bereits ein Profilsystem im Einsatz ist, arbeiten wir im selben Maß weiter.

Ein Arbeitsgang mit zu viel Streuung?

Schicken Sie uns die Zeichnung oder ein Foto des Bauteils und beschreiben Sie kurz den Arbeitsgang. Wir sagen Ihnen, ob eine Vorrichtung das Problem löst – und wenn nicht, woran es sonst liegen dürfte.