Energieberatung · Abgleich

Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B

Damit jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die sein Raum braucht – berechnet auf Grundlage der raumweisen Heizlast, nicht geschätzt. Bei einer Wärmepumpe ist das keine Optimierung, sondern Voraussetzung.

Heizungsverteilung in einem Bestandsgebäude
Das Problem

Das Wasser nimmt den kürzesten Weg

Ohne Abgleich fließt das Heizwasser dorthin, wo der Widerstand am geringsten ist – also zu den Heizkörpern nahe am Kessel. Die entfernten bekommen zu wenig. Der übliche Ausweg ist, die Vorlauftemperatur und die Pumpenleistung zu erhöhen, bis auch der letzte Raum warm wird. Damit funktioniert die Anlage, aber sie arbeitet dauerhaft oberhalb dessen, was nötig wäre.

Bei einem Gaskessel kostet das Geld. Bei einer Wärmepumpe kostet es unverhältnismäßig viel mehr, weil deren Wirkungsgrad direkt an der Vorlauftemperatur hängt. Jedes Grad, das sich einsparen lässt, schlägt über zwanzig Jahre spürbar in der Stromrechnung durch.

Die beiden Verfahren

Verfahren A oder Verfahren B

  Verfahren A Verfahren B
Heizlast überschlägig geschätzt raumweise berechnet nach DIN EN 12831
Genauigkeit grob hoch
Für Förderzwecke in der Regel nicht ausreichend gefordert
Für Wärmepumpen nicht geeignet sinnvoll und praktisch erforderlich
Aufwand gering höher, dafür belastbar

Wir rechnen ausschließlich nach Verfahren B. Verfahren A liefert in Bestandsgebäuden erfahrungsgemäß Werte, die den Aufwand nicht rechtfertigen.

Voraussetzung: Verfahren B setzt die raumweise Heizlastberechnung voraus. Wenn diese noch nicht vorliegt, ist sie der erste Schritt – zur Heizlastberechnung. Liegt sie bereits vor, etwa aus einer Wärmepumpenplanung, bauen wir darauf auf.

Leistungsumfang

Was Sie von uns bekommen – und was Ihr Heizungsbauer tut

Unsere Berechnung

  • Raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 als Grundlage
  • Erforderliche Volumenströme je Heizkörper und je Strang
  • Voreinstellwerte für die Thermostatventile
  • Empfohlene Pumpeneinstellung und Förderhöhe
  • Heizkurve und empfohlene Auslegungstemperatur
  • Nachweisdokument für den Förderantrag

Ausführung durch den Fachbetrieb

  • Einstellen der Ventile auf die berechneten Werte
  • Tausch von Ventilen ohne Voreinstellmöglichkeit
  • Einstellen von Pumpe und Regelung
  • Inbetriebnahme und Funktionskontrolle

Wir führen keine Installationsarbeiten aus. Diese Trennung hält unsere Berechnung frei von wirtschaftlichen Interessen an der Ausführung.

Häufige Fragen

Verfahren, Wirkung und Förderung

Was ist der Unterschied zwischen Verfahren A und Verfahren B?

Verfahren A arbeitet mit überschlägig geschätzten Heizlasten, etwa aus Wohnfläche und Baualtersklasse. Verfahren B setzt eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 voraus und ist damit deutlich genauer. Für Förderzwecke wird regelmäßig Verfahren B verlangt, und für eine Wärmepumpe ist es ohnehin der einzige sinnvolle Weg – bei niedriger Vorlauftemperatur verzeiht das System keine groben Schätzungen.

Woran merke ich, dass der Abgleich fehlt?

An den klassischen Symptomen: Räume nahe der Heizung werden zu warm, weiter entfernte kaum warm; die Vorlauftemperatur wird nach oben gedreht, damit auch der letzte Heizkörper trägt; die Pumpe läuft auf hoher Stufe; einzelne Stränge rauschen. Die Anlage funktioniert dann zwar, aber sie verbraucht deutlich mehr, als sie müsste.

Bringt der Abgleich wirklich etwas?

Bei einer schlecht eingestellten Anlage ja, und zwar auf zwei Wegen: Die Vorlauftemperatur lässt sich absenken, und die Pumpe läuft auf niedrigerer Stufe. Bei einer Wärmepumpe wirkt die abgesenkte Vorlauftemperatur unmittelbar auf die Jahresarbeitszahl – hier ist der Abgleich keine Optimierung, sondern Voraussetzung dafür, dass die Anlage wirtschaftlich läuft.

Machen Sie die Einstellung an der Anlage selbst?

Nein. Wir liefern die Berechnung: raumweise Heizlast, erforderliche Volumenströme, Voreinstellwerte je Ventil und die empfohlene Pumpeneinstellung. Die Einstellung an der Anlage, der etwaige Tausch von Ventilen und die Inbetriebnahme sind Sache Ihres Heizungsbauers. Wir liefern ihm die Werte in einer Form, mit der er direkt arbeiten kann.

Ist der Abgleich förderfähig?

Der hydraulische Abgleich ist Bestandteil der Optimierung bestehender Heizungsanlagen und wird in diesem Rahmen im Zuge der Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst. Bei einer geförderten Heizungserneuerung ist er zudem Fördervoraussetzung. Die aktuellen Sätze nennen wir im Erstgespräch mit Stand und Quelle.

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