Energieberatung · Mehrfamilienhaus

Energieberatung für Mehrfamilienhäuser

Ab drei Wohneinheiten ändern sich die Fragen: Zentralheizung statt Etagentherme, Zirkulationsverluste statt Einzelverbrauch, Beschlussfassung statt Bauchentscheidung – und die Umlagefähigkeit rückt in die Mitte der Rechnung.

Mehrfamilienhaus im Bestand als Gegenstand einer energetischen Beratung
Technisch

Was beim Mehrfamilienhaus anders läuft

Vier Punkte, die beim Einfamilienhaus keine oder eine viel kleinere Rolle spielen – und die über die Wirtschaftlichkeit der ganzen Maßnahme entscheiden.

Warmwasser und Zirkulation

In einem gut gedämmten Mehrfamilienhaus kann die Warmwasserbereitung den größten Einzelposten stellen, und die Zirkulationsleitung läuft rund um die Uhr. Ihre Verluste werden regelmäßig unterschätzt – dabei lassen sie sich mit vergleichsweise geringem Aufwand erheblich senken.

Speichertemperatur und Hygiene

Niedrigere Speichertemperaturen verbessern die Arbeitszahl einer Wärmepumpe, treffen aber auf die Anforderungen an die Trinkwasserhygiene. Die Lösung liegt in der Anlagenkonfiguration, nicht im Kompromiss bei der Temperatur.

Aufstellfläche und Schall

Größere Leistung bedeutet größere Geräte oder eine Kaskade. Im dicht bebauten Rhein-Main-Gebiet entscheidet der Aufstellort mit Blick auf die nächtlichen Schallwerte häufiger über die Machbarkeit als die Technik selbst.

Strangweise Betrachtung

Die Heizlast verteilt sich sehr ungleich: Die Wohnung im Dachgeschoss über der unbeheizten Ecke braucht ein Vielfaches der Wohnung im zweiten Obergeschoss in der Mitte. Ohne raumweise Berechnung wird das ganze Haus nach dem ungünstigsten Raum gefahren.

Zur Heizlastberechnung
Gerüst an einem bewohnten Mehrfamilienhaus während der Sanierung
Organisatorisch

Der Engpass ist die Entscheidung, nicht die Technik

Beim Einfamilienhaus entscheidet, wer im Haus wohnt. Beim Mehrfamilienhaus entscheiden Eigentümergemeinschaft, Verwaltung und – wenn vermietet wird – die Frage, was den Mietern zuzumuten ist. Eine technisch richtige Empfehlung, die in der Versammlung durchfällt, hat niemandem geholfen.

Deshalb bereiten wir die Unterlagen so auf, dass darüber abgestimmt werden kann: Kosten je Einheit nach Miteigentumsanteilen, Förderung, Auswirkung auf das Hausgeld, und was passiert, wenn nichts passiert. Auf Wunsch erläutern wir das Ergebnis in der Eigentümerversammlung – dieser Baustein ist gesondert und in voller Höhe förderfähig.

Für vermietete Objekte kommt die Umlagefähigkeit hinzu: Energieberatung für Vermieter · Umlagen & Abschreibungen

Vorgehen

Wie wir bei Mehrfamilienhäusern arbeiten

Bestandsaufnahme

Hülle und Anlagentechnik, Verbrauchsdaten mehrerer Jahre und eine Auswahl an Wohnungen zur Aufnahme – nicht jede Wohnung muss zugänglich sein.

Bilanz und Varianten

Energetische Berechnung, Maßnahmenpakete und die Frage: Schritt für Schritt oder Gesamtsanierung zum Effizienzhaus.

Entscheidungsvorlage

Kosten je Einheit, Förderung, umlagefähiger Anteil und Auswirkung auf das Hausgeld – in einer Form, mit der sich abstimmen lässt.

Begleitung

Förderantrag, Erläuterung in der Versammlung und auf Wunsch die beratende Begleitung der Umsetzung.

Der individuelle Sanierungsfahrplan ist dafür das passende Format – bei Gebäuden ab drei Wohneinheiten mit bis zu 850 Euro BAFA-Zuschuss, zuzüglich bis zu 500 Euro für die Erläuterung in der Versammlung.

Häufige Fragen

Förderung, Technik und Beschlussfassung

Wie hoch ist die BAFA-Förderung für den Sanierungsfahrplan bei einem Mehrfamilienhaus?

Bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten übernimmt das BAFA 50 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, gedeckelt auf 850 Euro. Kommt eine Erläuterung in der Eigentümerversammlung oder im Beirat hinzu, werden dafür bis zu 500 Euro zu 100 Prozent erstattet (Stand September 2026). Gerade bei WEG-Objekten ist dieser zweite Baustein der eigentlich wertvolle: Er bezahlt die Sitzung, in der die Entscheidung fällt.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?

Ja, aber die Fragen sind andere als beim Einfamilienhaus. Entscheidend sind die Warmwasserbereitung mit ihren Zirkulationsverlusten, die Speichertemperatur im Hinblick auf die Legionellenprüfung, die verfügbare Aufstellfläche und die Frage, ob eine Kaskade oder eine Hybridlösung wirtschaftlicher ist. Die Zirkulation ist dabei häufig der größte Einzelposten – und wird regelmäßig übersehen.

Wie läuft das bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft?

Die Beschlussfassung ist der Engpass, nicht die Technik. Wir bereiten die Grundlagen so auf, dass in der Versammlung entschieden werden kann: Kosten je Einheit nach Miteigentumsanteilen, Förderung, Auswirkung auf das Hausgeld und die Konsequenz des Nichthandelns. Auf Wunsch erläutern wir das in der Versammlung selbst – dieser Baustein ist gesondert förderfähig.

Was ist bei teilvermieteten Objekten zu beachten?

Dass Förderung und Umlagefähigkeit unterschiedlich wirken. Der Zuschuss mindert die umlagefähigen Kosten, und der selbst genutzte Anteil bleibt bei der Umlage außen vor, während er steuerlich anders behandelt wird als der vermietete. Diese Aufteilung sauber zu führen, entscheidet darüber, ob eine spätere Mieterhöhung hält.

Lohnt sich die Sanierung in Schritten oder in einem Zug?

Beides ist möglich, und der Sanierungsfahrplan bildet beide Wege ab. Für die Schritt-für-Schritt-Sanierung sprechen Liquidität und die Möglichkeit, die Mieterhöhungen zu staffeln. Für die Gesamtsanierung sprechen die höheren Effizienzhaus-Zuschüsse und ein einziges Gerüst statt dreier. Welche Variante trägt, hängt an Ihrer Finanzierung und am Zustand der Heizung.

Weitere Leistungen

Das könnte dazugehören

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Die Reihenfolge der Maßnahmen, gefördert vom BAFA – und 5 Prozentpunkte mehr Zuschuss auf jede Maßnahme daraus.

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Heizlastberechnung

Raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 – die Grundlage für Wärmepumpenauslegung und hydraulischen Abgleich.

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Wärmepumpenplanung

Auslegung im Bestand: Vorlauftemperatur, Heizflächen, Speicher und Schallschutz, bevor bestellt wird.

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Energetische Baubegleitung

Beratende Begleitung der Umsetzung, damit die Ausführung fachgerecht und damit förderfähig bleibt.

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Energieausweis

Bedarfs- und Verbrauchsausweis für Wohn- und Nichtwohngebäude, mit Abgrenzung und Unterlagenliste.

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Fördermittelberatung

BEG, KfW, BAFA, § 35c EStG und WIBank Hessen – welcher Weg für Ihr Objekt der wirtschaftlichste ist.

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Energieberatung für Vermieter

Umlagefähigkeit, Mieterkommunikation und Wirtschaftlichkeit als Teil der Planung, nicht als Nachgedanke.

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GEG-Nachweis und Wärmeschutznachweis

Für Neubau und Sanierung, einschließlich Wärmebrückenberechnung und sommerlichem Wärmeschutz.

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Hydraulischer Abgleich (Verfahren B)

Volumenströme und Voreinstellwerte auf Grundlage der raumweisen Heizlast, mit Nachweis für die Förderung.

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Energieberatung Nichtwohngebäude

Büro, Produktion, Lager und Handel: zonenweise Bilanzierung nach DIN V 18599, Heizlast, Lüftungskonzept und Energieaudit.

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Mehrfamilienhaus energetisch bewerten lassen

Baujahr, Zahl der Wohneinheiten, Wohnfläche und die vorhandene Heizung genügen für eine erste Einschätzung – einschließlich der Frage, was sich davon umlegen lässt.